Ein Fernseher kann nicht umarmen

Wir leben in einer Zeit der medien- und konsumgesteuerten Gesellschaft. Immer mehr Informationen, in immer kürzerer Zeit können über Internet abgerufen und weitergegeben werden. Dies bedeutet in vielen Lebens-Bereichen eine enorme Erleichterung. Doch was bedeutet das für unsere Kinder und wie verändert sich dadurch die Kommunikation in der Familie?

Ich bin noch ein “Digital immigrant“ – eine Person die erst im Erwachsenen-Alter mit der digitalen Technologie in Kontakt gekommen ist. Und auch noch heute verweigere ich so manches Angebot aus der Welt der Technologie. Meine Tochter ist ein „Digital native“- eine Person die zu einer Zeit aufgewachsen ist in der bereits digitale Technologien verfügbar waren. Für unsere Kinder ist der Umgang mit Computer, Handy und Internet etwas Alltägliches geworden.


Also stellt sich die Frage:
Wie viel Medienkonsum ist für ein Kind förderlich?
Dazu gibt es schon einige Studien und das „Institut Suchtprävention“ von Pro Mente beschäftigt sich sehr intensiv mit diesem Thema

Das „Institut Suchtprävention“ empfiehlt –
Fernsehen auf ein gesundes Maß beschränken:

 
3-6 Jährige tägl. – nicht mehr als 30 Minuten
6-10 Jährige tägl. – nicht mehr als 45 Minuten
10-13 Jährige tägl. – nicht mehr als 60 Minuten

Dies betrifft nur die Fernsehzeit: Was ist jetzt mit Gameboy, Handy und Computer? Kleinkinder bis 3 Jahre brauchen noch keinen Fernseher! Sie brauchen Bezugspersonen, das Leben um sie herum und Dinge die sie angreifen können. Geben wir unseren Kindern ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit und lassen wir ein bisschen los von allem was uns so furchtbar wichtig erscheint

Haben Sie den Mut und überprüfen Sie die Medien-Zeiten bei Ihren Kindern und schauen Sie auch bewusst was Sie vorleben!


Handyfreie Zeiten sind gut für das Familien-Klima, dadurch kann wieder eine offene Kommunikation entstehen. Ich bin kein Gegner der digitalen Welt, es ist nur ganz wichtig eine Balance zu finden. Ermöglichen wir unseren Kindern eine „kindgerechte Entwicklung“ mit einem Medienkonsum:

» So wenig wie nötig –
und so viel wie notwendig! «

Das kann gelingen, wenn wir Eltern gut mit unseren Zeit- und Energie-Ressourcen umgehen. Dann bleibt noch genug Kraft, um den Lebensraum Familie aktiv zu gestalten.

Ihre Ursula Hintermayr