Neuer Blickwinkel

Wenn Kinder außergewöhnliche Reaktionen zeigen

Unsere Lebenserfahrung besteht aus positiven und negativen Erlebnissen und daraus entsteht ein Teil unserer Weltanschauung. Leider sind die negativen Erfahrungen stärker in unserem Gedächtnis und Unterbewusstsein verankert als die positiven. Wenn wir mit Menschen in Kontakt sind, schaffen wir es kaum wertfrei zu bleiben. Dazu kommen unser Selbstwert und unsere Selbstachtung, sind diese nicht so stabil, muss unser Gegenüber kleingehalten werden, damit wir uns besser fühlen.

Bei nötiger Selbstreflexion wird uns das bewusst und wir können diesen Teufelskreis durchbrechen. Das hieße mich selbst ganz bewusst zu erleben und mein Verhalten zu hinterfragen. Wie gehe ich mit mir und wie mit meinen Mitmenschen um? Wo übernehme ich Verantwortung für mein Handeln und Tun und wo transportiere ich die Schuld an dem wie ich bin und reagiere nach außen? Wann verliere ich durch Überforderung den Boden unter den Füßen oder verletze die Menschen in meinem Umfeld?

Wenn gegenüber Erwachsenen das Verhalten nicht angemessen ist bekommen wir das ganz schnell zu spüren. Die meisten wehren sich mit Gegenattacken, mit Rückzug, mit Abstand. Doch wie geht es Kindern? Wie fühlt sich ein vierähriges Kind bei einem verbalen Übergriff, wie ein Schulkind wenn es in eine „Schublade“ gesteckt wird und nicht mehr rauskommt . Die „Schublade“ könnte den Namen „verhaltensauffälliges“ Kind oder „überfordertes“ Kind oder auch „anstrengendes“ Kind heißen.

Diese Kinder hören das viel zu oft und ihre Reaktion, wenn sie sich dagegen wehren bedeutet nur „lasst mich endlich raus aus der „Schublade“ und damit sind wir Erwachsenen sehr oft überfordert.


Wenn Kinder außergewöhnliche Reaktionen zeigen,
ist es meist ein Hilferuf.

Ein Kind reagiert bei einer verbalen Verletzung genauso mit Schmerz wie bei einer körperlichen Verletzung. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, ist das bei Joachim Bauer im Buch Selbststeuerung nachzulesen.


Ich wünsche Ihnen einen guten Start in das neue Schuljahr, vielleicht ein Neubeginn für Ihr Kind, weil Sie Ihren Blickwinkel verändert haben.

Aus dem Lebensraum Familie
Ursula Hintermayr